Update zur im vorhergehenden Artikel erwähnten Fibromyalgie-Studie

 
Autor: Cort Johnson
08.07. 2014
Veröffentlicht von Simmaron Research
Übersetzung: Henriette Berger
 
Es ist nicht zuviel versprochen, zu sagen, dass im Falle eines Erfolgs die Pridgen-Studie zur Anwendung von antiviralen Mitteln bei Fibromyalgie einen Paradigmenwandel hervorrufen könnte - ausgehend von FM als einer unzureichend behandelten Erkrankung des zentralen Nervensystems zu einer Erkrankung, die durch eine (hoffentlich) behandelbare Herpesvirusinfektion gekennzeichet ist.
 
Pridgen's Herangehensweise ist in mehrerlei Hinsicht neu. Nicht nur hat niemand zuvor auf Herpesviren bei der Erforschung der FM abgezielt, sondern das Herpesvirus auf das Pridgen es abgesehen hat, das Herpes Simplex Virus, wurde nie zuvor mit FM oder ME/CFS in Verbindung gebracht.
 
Darüberhinaus hat Pridgen antivirale Mittel mit einem Entzündungshemmer (mit antiviralen Eigenschaften) kombiniert. Es gab Gerüchte bezüglich der verwendeten Medikamente, aber uns ist offiziell nicht bekannt, um was es sich handelt, bis uns der Bericht vorliegt.
 
Die Tatsache, dass wir bislang keine Pressemitteilung bezüglich der Phase-II-Studie gemacht haben, hat zu einiger Besorgnis geführt. (Phase-II-Studien sind für gewöhnlich größere Studien von ein- bis mehreren hundert Personen, die die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung zusätzlich erfassen. Pridgens Phase-II-Studie war eine große Multicenterstudie.)
 
Ich kontaktierte Dr. Pridgen um zu sehen, was er zu diesem Zeitpunkt bereits sagen konnte. Folgendes hat er gesagt:
 
* Sie hoffen, ihre Forschung Mitte November präsentieren zu können.
* Eine Pressemitteilung wird dem vorausgehen.
* Die Behandlung war statistisch signifikant wirksam in der Verbesserung fast jedes primären und sekundären Endpunktes.
* Die Behandlung war dem Placebo signifikant überlegen. (p<.001) (Ich bin nicht sicher, bezogen auf welche Endpunkte.)
* Die Behandlung wurde besser vertragen als das Placebo.
* Die Ergebnisse der FM-Studie sind gut genug, dass vorläufige Pläne gemacht werden für toxikologische Studien, die ihnen ermöglichen werden, eine ähnliche Konzeptnachweis-Phase-II-Studie bei CFS (ME/CFS) anzustreben; das bedeutet, sie beginnen auf eine ähnliche ME/CFS-Studie hinzuarbeiten.
* Sie werden sich daher um eine Finanzierung durch die Regierung und humanitäre Hilfsfonds bemühen.
 
Schlussfolgerung
 
Die Endergebnisse werden länger auf sich warten lassen, als viele gehofft hatten, aber davon abgesehen sind die Nachrichten gut. Die signifikante Verbesserung nahezu aller Endpunkte ist vielversprechend (und ich würde sagen, irgendwie ungewöhnlich).
 
Die Tatsache, dass sie bereits vorläufige Pläne für eine ME/CFS-Studie machen, deutet wirklich darauf hin, dass die FM-Studie gut gelaufen ist.
 
Dennoch wissen wir nicht, wie signifikant die signifikanten Verbesserungen ausgefallen sind bis zur Pressemitteilung und Veröffentlichung der Studie, voraussichtlich im November.
 
Das wird für diejenigen frustrierend sein, die jetzt nach Behandlungsmöglichkeiten suchen, doch mein Verständnis ist, dass diese Zeitspanne, die der Publikation vorausgeht, eine heikle Phase in der Entwicklung eines jeden Medikaments darstellt. Falls das so ist, bedenkt, wie viel heikler sie für ein Start-Up-Unternehmen ist, das noch bedeutende Mittel für die große Phase-III-Studie zu beschaffen hat.
 
Die kompletten Ergebnisse und die Kombination der Medikamente, die sie als wirksam befunden haben, jetzt zu veröffentlichen, wäre ein Fehler.
 
Originaltext in englischer Sprache:

Artikel: "Ein neuer Behandlungsansatz für Fibromyalgie"

In der Folge finden Sie die Übersetzung eines am 16.12.2013 auf Simmaron Research erschienenen Artikels. Herzlichen Dank an P.L. für das Organisieren der Übersetzung.

 

Ein neuer Behandlungsansatz für Fibromyalgie
Großangelegte antivirale Studie könnte eine neue Ära in der Fibromyalgiebehandlung einleiten

Cort Johnson
16. Dezember 2013

Infektionen sind ein häufiger Auslöser für Fibromyalgie (FM) und Fibromyalgie-Patienten zeigen viele Symptome eines sog. „Sickness Behavior“, aber man hat FM bisher für gewöhnlich nicht mit Viren oder Problemen des Immunsystems in Verbindung gebracht.

Seit Kurzem ändert sich dies: Ein Immunbiomarker wurde vorgeschlagen. Man fand eine Kleinfaser-Neuropathie, möglicherweise durch eine Immundysregulation verursacht. Dr. Dantini behandelt FM seit Jahren mit antiviralen Wirkstoffen. Nun wird dem Immunsystem bei der Fibromyalgie langsam mehr Beachtung geschenkt.

In einer überraschenden Wendung ist es nun die Fibromyalgie und nicht das Chronische Erschöpfungssyndrom (ME/CFS), die Gegenstand einer umfassenden placebokontrollierten, doppelblinden, multizentrischen Studie mit antiviralen Medikamenten wird.

Vergangenes Jahr erfuhren wir, dass Dr. William Pridgen in Alabama dabei ist, eine große antivirale Studie vorzubereiten und zu organisieren. Vor vier Wochen bestätigte er in einem E-Mailaustausch, dass er 3.3 Millionen Dollar, allesamt von „Investorenengeln“, erhalten habe, und die viermonatige Studie mit 143 Patienten Anfang Oktober gestartet wurde. Pridgen's neugegründetes Biotech-Unternehmen „Innovative Med Concepts“ führt die Studie durch.

Ein anderer Weg

Die Wege, auf denen Forscher und Ärzte mit Krankheiten wie FM oder ME/CFS in Kontakt kommen, sind äußerst unterschiedlich, und es lohnt sich, einmal anzusehen, wie der Chirurg Dr. Pridgen auf die Fibromyalgie kam. (Dr. Julia Newton's Weg zu ME/CFS führte über ältere Menschen, die unter Schwindel und, zu ihrer Überraschung, unter starker Erschöpfung litten). Dr. Pridgen kam über den Darm zur Fibromyalgie.

Pridgen erkannte bei seiner Behandlung von Tausenden von Patienten, die an chronischen gastrointestinalen (Magen-Darm-) Problemen litten, ein Muster, das ihn faszinierte. Den Patienten ging es zunächst besser, aber wenn sie dann einer Belastung ausgesetzt waren, wurden sie wieder krank. Sie erholten sich danach wieder, doch beim nächsten Rückfall waren sie länger krank und die gute Phase verkürzte sich. Irgendwann waren die Patienten ständig krank.

Das Problem, so dachte er, musste eine Infektion mit einem Pathogen (Krankheitserreger) sein, die mit jedem Rückfall stärker wurde. Seinen Patienten half die Einnahme von antiviralen Wirkstoffen zwar, doch die Probleme blieben bestehen. Darauf fand er heraus, dass ein Entzündungshemmer (der auch antivirale Eigenschaften besitzt) bei seinen Patienten das Erschöpfungsgefühl, die gastrointestinalen Beschwerden, Depressionen und Angstzustände merklich verringerte und ihnen zu mehr Energie verhalf.

Eine Beobachtungsstudie zeigte, dass die Behandlung mit dieser Arzneimittelkombination eine 90%ige „Wirkungsrate“ hatte. Dies brachte Pridgen dazu, eine Firma zu gründen, Investoren zu suchen und diese grossangelegte Studie auf die Beine zu stellen.

Pridgen's Theorie deckt sich genau mit verschiedenen anderen Theorien zur Fibromyalgie und dem chronischem Erschöpfungssyndrom. Wie Van Elzakker’s Theorie der Nervus Vagus-Infektion bei ME/CFS, beginnt Pridgen's Theorie mit einem Virus, das offenbar die Nerven „liebt" und sich - lebenslang - in den Nerven in den sensorischen Ganglien einnistet, welche sich über den ganzen Körper verteilen.

Anstelle von HHV6 oder EBV, glaubt Pridgen, sind die Herpes-Simplex-Viren der Schlüssel zu FM/ME/CFS. Ausser einer Theorie aus dem Jahr 1993, wonach das Herpes-Simplex-Virus bei ME/CFS im Spiel sei, war das Interesse an diesem Erreger bisher spärlich. Die Fähigkeit von HSV-1, viele Gene und Gen-Signalwege anzugreifen, die ihrerseits bei Störungen des Nervensystems wie Alzheimer, Parkinson, Depression, chronisches Erschöpfungssyndrom und Autismus von Belang sind, veranlasste indes einen Forscher zu der Annahme, es könnte bei allen diesen Erkrankungen eine Rolle spielen.

Das HSV-1 wurde im Ösophagus (der Speiseröhre), im Magen und im Zwölffingerdarm des gastrointestinalen Systems gefunden. Bereits 1996 wurde vermutet, dass HSV-1 „wiederkehrende, funktionale, gastrointestinale Störungen“ wie RDS (Reizdarmsyndrom) verursacht.

Pridgen's Patentanmeldung zeugt von seiner Vermutung, dass Stressoren, Peptide und Hormone, die durch das sympathische (mitfühlende) Nervensystem und die HPA-Achse ausgeschüttet werden, die Voraussetzung für die Reaktivierung des Herpes-Simplex-1 schaffen. Pridgen geht davon aus, dass die wiederholte HSV-Reaktivierung die sensorschen Nervenzellen abtöten (Kleinfaser-Neuropathie) und das Nervenganglion teilweise zerstören kann. (Stressbedingte Reaktivierung von HSV-1 wurde in Studien an Labortieren dokumentiert.)

Sind diese Neuronen und Ganglien erst einmal beschädigt, so Pridgen, senden sie Signale, die letztlich die Zentren im zentralen Nervensystem, in denen Schmerz verarbeitet wird, durcheinander bringen. Die übermässige Bildung von Neurotransmittern wie Glutamat, Wirkstoff P, Serotonin, Noradrenalin, Dopamin und Wachstumsfaktor BDNF, die in diesem Prozess involviert sind, verursacht dann eine zentrale Sensibilisierung.

Virostatikum plus

Pridgen schlägt vor, die virale Reaktivierung und die zentrale Sensibilisierung durch antivirale Wirkstoffe zu stoppen; ein Lösungsansatz, der in Vergangenheit schon beim chronischen Erschöpfungssyndrom erprobt wurde, aber nicht auf die Art und Weise, wie Pridgen vorgeht.

Eine von Pridgen's Patentanmeldungen weist darauf hin, dass eine seiner einzigartigen Erkenntnisse darin bestand, Valaciclovir (Valtrex) mit dem Antiphlogistikum (Entzündungshemmer) Celecoxib (Celebrex) zu kombinieren, welches antivirale Eigenschaften hat. Andere Kombinationen werden derzeit getestet und Pridgen erklärte, dass der Aufbau der in der Studie verwendeten IMC-Zusammensetzung nicht veröffentlicht wurde. Es bleibt also unklar, welche Medikamente in welchen Dosen in der Studie verwendet wurden und welche Kombination sich als die wirksamste herausstellen wird.

Celexcoxib (Celebrex) ist ein nichtsteroidales Antiphlogistikum (NSAID) und ein COX-2-Hemmer und wird üblicherweise für die Behandlung von Osteoarthritis, rheumatoider Arthritis, akutem Schmerz, schmerzlicher Menstruation und Menstruationssymptomen verwendet. Es senkt die Aktivität der für die Entzündung verantwortlichen Zellen.

Pridgen geht davon aus, dass die beiden Medikamente das Virus in verschiedenen Stadien seines Lebenszyklus treffen. Ein Doppelschlag gegen das Virus, so glaubt er, wird es schliesslich an der Reaktivierung hindern.

Pridgen und Duffy schauen auf das Herpes-Simplex-Virus, aber auch andere Herpes-Viren könnten durch diese Behandlung beeinflusst werden. Ob das der Fall ist, werden wir nicht wissen, bis weitere Studien dazu gemacht sind.

Fehlgeleitete Entzündung

Pridgen und seine Partnerin, die Molekularvirologin Carol Duffy, werden auch versuchen, einen Diagnosetest für die Fibromyalgie zu entwickeln. Dies mittels der Messung von Zytokinen, wo sie davon ausgehen, dass man hohe Levels von entzündungsfördernden Zytokinen und niedrige Levels von entzündungshemmenden Zytokinen finden wird.

Wie Van Elzakker glaubt Pridgen, dass der Körper auf das Virus überreagiert. “Im Grunde übertreibt der Körper mit seiner Reaktion auf das Virus. Der geringste Stress reaktiviert das Virus und anstatt sich zu sagen, 'Oh, das ist ja nur ein Virus, mit dem ich seit meinem fünften Lebensjahr lebe' sagt der Körper sich ständig 'um Gottes Willen' und setzt all diese Entzündung in Gang, was den Menschen diese Schmerzen verursacht.“ „Es gibt eine Theorie, dass aller Schmerz auf die eine oder andere Art Entzündung ist“, sagt Duffy. „Es ist eine Entzündung, die schief gegangen ist.“

Nicht nur Fibromyalgie

Pridgen und Duffy richten ihr Augenmerk auf mehr als nur auf die Fibromyalgie. Pridgen's provisorisches Patent geht davon aus, dass diese Behandlung auch für das chronische Erschöpfungssyndrom, das Reizdarmsyndrom, chronische Schmerzen, chronische Kopfschmerzen, chronische Nackenschmerzen, chronische Rückenschmerzen, chronische Depression, chronische klinische Angststörung, posttraumatische Stressreaktionen (PTSD), Benommenheit, kognitive Dysfunktion und chronische interstitielle Zystitis geeignet ist.

Celebrex – ein antivirales Mittel?

Wir hören nichts über Celecoxib als "Virenbekämpfer" bei ME/CFS, aber es gibt einige Anzeichen dafür, dass es gegen das Herpes-Simplex-Virus wirksam sein könnte. Die Fähigkeit der COX-2-Hemmer, die Prostaglandinproduktion zu vermindern, lenkt, so denkt man, das System in die Richtung einer (antiviralen) Th1-Antwort und weg von einer Th2-Antwort, wie man sie oft bei ME/CFS antrifft.

Es zeigte sich, dass Celebrex bei Mäusen die stressbedingte Reaktivierung der Herpesviren im Nervensystem zu vermindern vermag. Eine andere Studie bei Mäusen zeigte, dass die Reaktivierung des HSV—1 einher ging mit dem Hochregulieren der Expression des COX-2-Gens in den Nervenganglien (Nervenknoten). HHV-6 kann auch zur Expression von COX-2 führen. Beide, COX-1 und COX-2, sind für die Virusreplikation notwendig.

(Eine Mutter fand heraus, dass VIOXX (heute nicht mehr auf dem Markt erhältlich) bei ihrer Tochter IL-6 absenkte und den „Panikattacken“, die die Tochter seit einer Infektion des zentralen Nervensystems erlitt, endgültig einen Riegel vorschob.)

(Aspirin und Flavanoide, Vitamin E und Fischöl hemmen ebenfalls COX-2. Die Wirksamkeit von Omega-3-Fettsäuren, über die einige ME/CFS-Patienten berichten, könnte von einer solchen antiviralen Wirkung kommen.)

Gewebeproben

Parallel zur antiviralen Behandlung werden Pridgen und seine Partnerin, die Molekularvirologin Carol Duffy, PCR verwenden, um nach dem Virus zu suchen – nicht im Blut, sondern in Gewebeproben aus dem Darm.

Einer der faszinierendsten Aspekte der Pridgen-Duffy-Studie ist die Tatsache, dass sie nicht im Blut, sondern in Geweben nach HSV-1 suchen. Wir wissen, dass bei der Pathogen-Studie der Chronic Fatigue Initiative im Blut keine Anzeichen für eine virale Infektion gefunden werden konnten. Nun untersuchen Pridgen und Duffy in ihrer Studie Darmgewebeproben auf das Vorkommen von Herpes-Simplex-Viren.

Zuerst wird PCR verwendet werden, um das Herpesvirus in den Proben der Kontrollpersonen und der Fibromyalgie-Patienten zu suchen. Dann wird mittels Antikörpern bestimmt werden, ob eine aktive Infektion vorliegt. In nachfolgenden Studien wird per Elektronenmikroskopie nach den Viruspartikeln selber gesucht werden.

In Vorstudien wiesen 18 von 19 Fibromyalgie-Patienten, die an Darmproblemen litten, DNA des Herpes-Simplex-Virus in ihrem Darmgewebe auf. Der Immunoblotting-Test zeigte, dass in 8 von 9 positiven Biopsien eine aktive Infektion vorlag.

Dr. Pridgen schrieb in einer E-Mail, dass sie noch daran seien, die optimalen Dosen zu bestimmen und riet allen Patienten eindringlich, mit einer solchen Behandlung noch zu warten, bis die Ergebnisse der Phase-3-Studie vorliegen. Er gab auch an, das Gefühl zu haben, dass sie „sehr nahe dran“ seien, vielen Menschen mit Fibromyalgie helfen zu können. Die Ergebnisse der Studie werden Mitte 2014 bekannt gemacht werden.

Fazit

Pridgen's und Duffy's grossangelegte, multizentrische, antivirale Studie zu Fibromyalgie ist äusserst spannend hinsichtlich ihres Umfangs und des gewählten Behandlungsansatzes. Die Tatsache, dass Pridgen es schaffte, über 3‘000‘000$ an Start-Up-Kapital zu beschaffen lässt vermuten, dass er und Duffy solide Daten haben, die ihre Studie stützen.

Sollten die Ergebnisse der Studie positiv ausfallen, könnten Pridgen und Duffy einen komplett neuen Weg einleiten, um Fibromyalgie und ME/CFS zu behandeln.

 

Update zur norwegischen Rituximab-Studie

Letzten Frühling veranstalteten wir eine Sammelaktion für die geplante Medikamentenstudie mit Rituximab in Norwegen, in deren Rahmen wir schlussendlich 5000 Euro an das Haukeland Universitätsspital in Bergen überweisen konnten.

http://www.verein-me-cfs.ch/2012-03-23-20-28-17/aktuell/170-rituximab-forschung-in-norwegen

Nach letzten News wird die Studie nun 152 Patienten umfassen, also etwas mehr als ursprünglich geplant und in Bergen, Oslo, Notodden, Trondheim und Tromso durchgeführt werden. Die Forscher in Bergen rechnen damit, noch vor dem Sommer Patienten zu Untersuchungen aufbieten und dann im Herbst mit der Gabe von Rituximab beginnen zu können. Die Patienten sollen danach während 24 Monaten nachverfolgt werden.

http://mariasmetode.no/2014/03/rituximabstudies-an-update/
(Der englische Text befindet sich im unteren Teil der Seite)

Wir werden Sie fortlaufend informieren, wenn es News zu dieser Studie gibt.

DVD der 2. Schweizerischen ME/CFS-Tagung vom November 2013

Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die DVD unserer Tagung vom letzten November am Unispital Zürich bald fertiggestellt ist und nun vorbestellt werden kann.

Sie finden das Bestellformular hier:
http://www.verein-me-cfs.ch/verein/videomitschnitte-bestellen

Auf dieser Seite gibt es Informationen zur Tagung (Programm usw.):
http://www.verein-me-cfs.ch/verein/tagung-2013

Für den Oktober 2014 befindet sich eine neue Veranstaltung in Planung. Vermutlich wird es ein halbtägiges Programm mit etwas weniger Referaten, dafür aber mehr Zeit für Fragen und Diskussion sein. Wir werden Sie über diesen Newsletter, die Website und den Print-Versand (für Mitglieder) auf dem laufenden halten.

Invest in ME-Konferenz

Am 30. Mai wird in London die 9th International ME Conference stattfinden, organisiert von unserer britischen Partner-Organisation Invest in ME. Wie schon in den letzten Jahren wird es am Tag vor der Konferenz ein "Biomedical Research into ME Collaborative Meeting geben", wo sich die Ärzte und Forscher unter sich zu Forschungsfragen austauschen.

Die International ME Conference in London ist die wichtigste solche Konferenz in Europa und wird auch dieses Jahr wieder ein hochkarätiges Programm mit Ärzten aus Grossbritannien, den USA, Australien, Deutschland, Schweden und Spanien bieten.

Wie immer wird es eine DVD der Konferenz geben. Dieses Jahr wird auch ein Vertreter unseres Vereins die Konferenz und die sie begleitenden Meetings (darunter die GV der European ME Alliance) besuchen.

Informationen zur Konferenz finden Sie hier:
http://www.investinme.eu/index.html

FDA entwickelt Richtlinie für die Pharma-Industrie zur Entwicklung von Medikamenten gegen ME/CFS

Die amerikanische Food and Drug Administration (die Behörde, welche in den USA unter anderem für die Zulassung von Medikamenten zuständig ist), hat einen Entwurf für eine Richtlinie zur Medikamentenentwicklung bei ME/CFS veröffentlicht.

Die Richtlinie soll Entwicklern von Medikamenten dabei helfen, die notwendigen Hürden auf dem Weg zur Zulassung eines Medikaments gegen ME/CFS besser überwinden zu können und enthält Informationen zu Diagnosekriterien, Studiendesign usw.

Bis Mai können zu dieser Richtlinie auch noch Kommentare und Vorschläge an die FDA abgegeben werden.

Link zum Richtlinienentwurf:
http://www.fda.gov/downloads/Drugs/GuidanceComplianceRegulatoryInformation/Guidances/UCM388568.pdf

Neues Zentrum für unerkannte Krankheiten an der Uniklinik Marburg (D)

Ende November 2013 berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung über ein neu eröffnetes "Zentrum für unerkannte Krankheiten" am Unispital Marburg. Dieses richtet sich an Patienten, bei welchen der Grund für ihre Beschwerden bisher nicht gefunden werden konnte. Ziel ist es, diese Patienten korrekt zu diagnostizieren, was auch immer wieder gelingt. 

Auch ME/CFS-Patienten passen in dieses Schema und es ist auch bekannt, dass es unter ME/CFS-Patienten viele Fehldiagnosen gibt, so dass wir ein solches Zentrum für ein sehr interessantes Konzept halten. Wenn auch das Zentrum für unerkannte Krankheiten in Deutschland und damit für die meisten Patienten aus der Schweiz nicht zugänglich ist, ist der Artikel lesenswert, als Idee für eine gute Art, mit solchen Patienten umzugehen.

http://www.faz.net/aktuell/lebensstil/leib-seele/zentrum-fuer-unerkannte-krankheiten-man-muss-patienten-zuhoeren-12678240.html

IACFS/ME-Konferenz in San Francisco vom 20. bis 23. März und Symposium in Stanford

Vom 20. bis 23. März wird in San Francisco die alle 2 Jahre stattfindende Konferenz der International Association for CFS/ME durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um die grösste und vermutlich wichtigste Konferenz im ME/CFS-Feld.

Informationen dazu finden Sie hier:
http://www.iacfsme.org/

Im Vorfeld des Konferenz, am 19. März, wird es an der Stanford University ein Symposium zu ME/CFS für Angehörige der Gesundheitsberufe geben.
http://chronicfatigue.stanford.edu/documents/2014StanfordME_CFSSymposiumBrochurefinal.pdf

Zusammengenommen bieten diese zwei Veranstaltungen ein eindrückliches Programm, sowohl was die Themen als auch was die Redner angeht. Es ist auch erfreulich, dass eine der weltweit führenden Universitäten (Stanford University) diese beiden Events unterstützt.

1. Meeting des IOM-Komitees zur Entwicklung neuer Diagnosekriterien für ME/CFS

Am 27.1.2014 fand in Washington, DC das erste Meeting des IOM-Komitees statt, welches unter anderem neue Diagnosekriterien für ME/CFS entwickeln soll.
http://www.iom.edu/Activities/Disease/DiagnosisMyalgicEncephalomyelitisChronicFatigueSyndrome/2014-JAN-27.aspx

Unter diesem Link können Sie das Statement lesen, welches Nancy Lee, Designated Federal Official für das CFSAC (CFS Advisory Committee), am Meeting abgegeben hat. Darin wird noch einmal erklärt, was die Aufgabe dieses Komitees ist.
http://www.hhs.gov/advcomcfs/1-27-2014iom_presentation_transcript.pdf

Videos des Meetings sind auf YouTube abrufbar. Dort kommen auch die Kritiker des Komitees und seines Auftrags zu Wort:
https://www.youtube.com/playlist?list=PLGTMA6Qkejfj8CzsYdyxTcHb6ZrhM6Jpn